Wie alles begann

 

Unser Haus ist grün. Wilder Wein und Efeu lassen die Wände im Laufe des Jahres in großer Farbenpracht strahlen. Im Frühjahr erscheinen die ersten zaghaften Knospen in dunklem rot. Grüne, große Blätter auf langen Stielen recken sich im Sommer der Sonne entgegen bis sie zum Herbst hin ihr Chlorophyll verlieren. Dann schillern unsere Hauswände in einer Farbskala von grün über gelb, dunkelrot bis braun. Vögel benutzen Wein und Efeu, um in versteckten Nestern mehrmals im Jahr ihren Nachwuchs aufzuziehen.

 

 Panorama unseres Hofes © KDR

 

Im Juli und August, zur Blütezeit des Weins, surren unsere grünen Wände. Honigbienen und Solitärbienen verschiedener Art sammeln Nektar und Pollen, um sich für den Winter vorzubereiten. Tausende kleine geflügelte Wesen besuchen uns tagelang. Wir haben inzwischen gemerkt, dass ihr Interesse nur dem Wein und dem Efeu gilt. Sie ignorieren uns einfach, stellen also keine Gefahr dar. Auch verirrt sich kaum eine Flugkünstlerin im Innern des Hauses. Sollte dies doch einmal geschehen, verlässt sie uns schnell wieder durch Tür oder Fenster, um ihren Flugschwestern bei der Arbeit zu helfen.

Schon im Frühjahr haben wir uns an den Bienen erfreut, haben wir doch einige Obstbäume in unseren Wiesen. Und nur mit diesen fleissigen Helferlein haben wir im Herbst Äpfel und Pflaumen und Honig.

 

September 2012

Klaus D. wollte mehr Informationen über Bienen. Auch konnte er sich vorstellen, Freizeit- oder Hobby-Imker zu werden. Gerade als er sich entschlossen hatte, sich dieses Themas anzunehmen, erschien ein Artikel in unserer Zeitung. Ein Imker bildet in einem VHS-Seminar Imker aus. Dies Seminar war der Beginn der Hobby-Imker-Kariere. Zum Ende des Monats wurde dann Kontakt zu örtlichen Imkern aufgenommen.

 

November 2012

Im November fand dann auf Haus Düsse in Bad Sassendorf der Lehrgang Fachkundenachweis Honig des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker e.V. statt. Klaus D. war dabei. Dass er nach den Vorbereitungen durch "die-Honigmacher.de" das Zertifikat erwarb, war Maria vorher schon klar. Ebenfalls im November absolvierte Klaus D. den Spezialkurs zur Bienengesundheit "Krankheit der erwachsenen Bienen" der Landwirtschaftskammer NRW auf Haus Düsse.

 

Januar 2013

Der darauf aufbauende Kurs der LWK NRW "Brutkrankheiten" im Januar wurde auch an einem Wochenende absolviert.

 

Februar 2013

Der 2. Februar 2013 fand Klaus D. dann in Münster. Die alten, zuletzt von den britischen Streitkräften  genutzten Kasernen in Coerde waren zur "Speicherstadt" umgebaut. Dort fand der 22. Apisticustag statt. Diese Bienenmesse ging über 2 Tage. Mehr als 80 Austeller warben um das Imkerpublikum,  Apis e.V. hatte ein interessantes Vortragsprogramm erstellt. Themen waren u.a. "Biologischen Imkern" und ein Vortrag von Dr. Pia Aumeier zur modularen Betriebsweise als Waffe gegen die Varroamilbe. Klaus D. bestellte hier seinen ersten 2 Beuten. Über die Betriebsweise seiner Imkerei hatte er lange nachgedacht und zu dem Schluss gekommen, dass nur ein naturnahes Imkern durchgeführt werden könnte, eine Betriebsweise, die eine bienengerechtere Haltung anbot aber auch Honig als Erfolg versprach.  Hier bot sich die Naturbaubetriebsweise des französischen Abbé Warré an.

Am 8. Februar trafen dann 2 Warrébeuten (mit je 3 Guckzargen und Varroaböden) ein.  Da mehrere Imkerkollegen auch mit dem Gedanken spielten auf Warré umzustellen, bemühte sich Klaus einen günstigen Anbieter für diese Beuten zu finden. 

Im Februar 2013 startete dann der Einführungslehrgang in die Imkerei "Aufbau einer Imkerei" des Imkervereins Hamm. Dieser Lehrgang erstreckt sich über mehrere Monate von Februar bis Ende Mai 2013.

Bei der ersten Einheit der Jungimkerschulung im Hamm wurden 25 interessierten Bienenfreunden die Frage "Warum soll ich heute imkern?" beantwortet.

Klaus D. hatte sich für die Warré entschieden, auch aus dem Grund, dass die Zargen leichter sind und sein Rücken immer älter wird. Da er den Bienen aber gegen die Milbe Varroa destructor helfen muss, die Abbé Warre noch nicht kannte, muss das Bewirtschaftungssystem wohl modifiziert werden.

Daher baute Klaus D. zuerst Hablbrähmchen, lötete Anfangsstreifen ein und richtete die Beuten für die ersten Bienen her.

 

 Halbrähmchen  © KDR

 

Mai 2013

Diese kamen dann Anfang Mai. 2 Völker fühlten sich sofort wohl in unserem Garten. Nachdem das Wetter besser wurde, begann bei den Bienen die Bauzeit. - nur - ein Volk bebaute die zweite Zarge von unten nach oben, so dass bei der Durchsicht dieser Wildbau zerstört werden musste. Eine Durchsicht hält Klaus D. , entgegen Warré, für notwendig. Dabei fanden sich KEINE Varroamilben, weder in der ausgeschnittenen Drohenbrut noch an den Bienen.

Klaus D. wird jetzt Ganzrahmen mit 1/3 Mittelwand einsetzen. So können die Bienen immer noch "Naturbauen" und die Kontrollen und Entnahme der Rahmen erfolgt einfacher und in viel kürzerer Zeit. So werden die Bienen weniger gestört und Futterkranzproben können einfacher erfolgen.

Ein Volk hatte Anfang Juni Weiselzellen angesetzt. Eine fast schlupffertige Weiselzelle wurde mit ihrem und einem weiteren Brutrahmen in eine neue Zarge gesetzt, welche mit Futter versehen wurde. Vielleicht haben wir da bald unser drittes Volk.

 


 

Und so fing alles an. Erfolge und Rückschläge aber auch Freude und Spannung reihten sich danach an. Ein Imker mit über 70-jähriger Erfahrung teilte uns mit, dass auch er in jedem Jahr wieder neu lernen würde, kein Jahr wäre wie das andere. Klaus A. begann im Frühjahr 2014 mit 2 Völkern seine Imkerlaufbahn - wir freuen uns jetzt  auf ein spannendes Imkern.

  

 

 Biene auf Naturbau © KAHR

 

 

 

 

 

 

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