Die Betriebsweisen


so greifen wir in das Bienenleben  ein.

Unsere Betriebsweise haben wir, unter Berücksichtigung der Empfehlungen und Tips der "Alten Hasen" des Imkervereins, angelehnt an die modulare Betriebsweise, wie sie von Pia Aumeier gezeigt wird. Diese steht zwar in Teilen kontrovers zu den über Jahrzehnten praktizierten Verfahren älterer Imker, ist aber die zur Zeit erfolgreichste Methode der Bienenbetreuung. Wobei es Pia Aumeier, ihren eigenen Worten nach, mehr um die Bienen als um den Honig geht. Eckpunkte ihrer Methode sind: Varroakontrolle, Ablegerbildung und Schwarmkontrolle.

 

Zur Varroakontrolle:

In 2013 haben wir schon Drohnenrahmen geschnitten und in den Zellen keine Milben gefunden. Daher taten wir uns schwer, in 2014 wiederum Drohenrahmen zu schneiden. Aber jeder Imker meinte, dies müsste sein. Das Ergebnis glich dem des Vorjahrs. Wir haben keine Milben in den Drohnenzellen gefunden. Einige Völker nahmen die so leer geschnittenen Rahmen zwar wieder an, bauten sie aber anders als gedacht aus. Schöne Honigkränze streckten sich über Arbeiterinnenbrutbretter und nur in den unteren Ecken waren Drohnenzellen zu sehen.

Die Varroawindel als Hilfsmittel zur Feststellung der Befallsstärke war da schon aussagekräftiger. Wenn wir die ermittelten Mengen der gefallenen Varroen mit denen in der Literatur und den Angaben einiger Imker verglichen, kamen wir aber wieder ins Grübeln. Zwar hatten einige Völker auch in 2014 den Grenzwert (siehe unten: Das einfache Rezept ...) zur Behandlung überschritten, aber nur so eben und nicht mit mehreren Hundert Milben. Einige Völker taten sich wohl schwer ihre Varroen fallen zu lassen, dort fanden wir in drei Tagen von keine Milbe bis 7 Milben. Diese Völker werden nicht mit Ameisensäure gegen die kleinen Plagegeister gequält!

Nebenbei bemerkt: ein Imker gab an, noch nie Varroen gezählt zu haben. Er behandele seine Völker aber trotzdem mit Ameisensäure, da er davon ausgehe, dass da wohl welche wären. Diese Einstellung erinnert an den Landwirt (und mit denen kann man einen Imker getrost vergleichen), der seine Kühe rein vorsorglich mit Antibiotika behandelt. Geben wir den Kühen noch einen Eimer Medizin mehr! 

Zur Varroakontrolle lesen Sie bitte "Das einfache Rezept für starke Völker & zufriedene Imker" (aus: Ruhr-Universität Bochum, Projekt "Imkerberatung NRW").


Zur Ablegerbildung:

"Eine Wabe ergibt ein Volk" (aus: Die neue Bienenzucht, 05/2012). Diese einfache Art der Ablegerbildung funktionierte auch, als wir den Ableger mit den anhaftenden Flugbienen direkt neben das Muttervolk stellten - gegen den Rat unserer älteren Imker. Jener Ableger bildet nun auf 3 Brutzargen das zweitstärkste Warrévolk. Auch hat er soviel gehonigt, dass wir ihm einen Honigraum aufsetzen konnten. Weitere vier Ableger nach dieser Machart sind ebenfalls stark geworden.

Zur Schwarmkontrolle:

Die Korbimkerei der Heide ist Schwarmimkerei. Die Imker nutzen die natürliche Vermehrung der Bienen, um für die Heideernte viele Völker einsetzen zu können. So beobachten sie ihre Immen am Flugloch und können erkennen, wann ein Volk schwärmt. In großen Netzen werden dann die ausschwärmenden Bienen eingefangen und in neu vorbereitete Körbe gesetzt. Aktive Schwarmkontrolle zur Unterbindung der Schwärmerei wird kaum vorgenommen.

Die Richtlinien zur Zertifizierung "Demeter Bienenhaltung" sagen in Punkt 3 Betriebsweisen:

Der Schwarm ist die natürliche Art der Vermehrung. Die Vermehrung darf nur aus dem Schwarmtrieb heraus erfolgen. Eine Vorwegnahme von Schwärmen durch die Bildung von Kunstschwärmen und Teilung des Restvolkes zur weiteren Vermehrung ist statthaft.

Wie sieht es aber der heutige "Standardimker", zu denen wir uns auch zählen. Dazu der Beginn des Artikels "Schwarmkontrolle - kippen lohnt" (aus: Die neue Bienenzucht, ohne Angabe):

"Gute Königinnen und ihr halbes Volk in einem Schwarm zu verlieren bringt Frust und kostet Honig. ´Schwarmlust erkennen´ und ´Schwärmen verhindern´ ist von Mitte April bis zur Sommersonnenwende Ende Juni daher das Gebot der Stunde".

Da wir, wie die Korbimker, nicht tagelang vor den Beuten wachen können, um Schwärme abzufangen, die Vermehrung unserer Bienenstöcke aber auch geplant vornehmen wollen, suchen auch wir Schwarmzellen in unseren Völkern. (Es ist uns sogar gelungen aus einer dieser Schwarmzellen eine hervorragende Königin aufzuziehen).

 

 


(Anmerkung: obige Schriften u.a. wurden Schulungsteilnehmern von Pia Aumeier zur Verfügung gestellt)

 

 

 weiter mit: Die Beutenböcke


Zusätzliche Informationen