Die Beutenböcke


so unterstützen wir unsere Bienen ;-)


Hierbei handelt es sich nicht um einen Käfer, der große Beute macht, noch um ein größeres Tier des Waldes. Viel mehr bezeichnet dieser Begriff die Auflagekonstruktion unter den Bienenbeuten. Viele Imker stellen ihre Beuten auf Holzpaletten, andere auf Kanthölzer, die auf Steinen liegen. So ist der Abstand zum Boden gering und größere Kraft zum Heben der Beuten oder Zargen erforderlich.

 

Da wir die Warrébeuten auch aus Gewichtsgründen zuerst benutzten, war es folgerichtig, die Beutenböcke auch rückenschonend auszusuchen. Wir fanden aber nur Böcke mit geringer Höhe oder, wenn die Höhe zusagte, war auch der Preis dafür eher rückenschonend - also hoch.

Daher bauten wir selber. Vor einigen Jahren hatten wir bei einer Kneipenauflösung ein paar Tische erstanden, die wir nun nicht mehr benötigten. Also - Tische umgedreht, Tischbeine bis auf eine Höhe von 50 cm abgesägt, in  die Tischflächen große Löcher gesägt, Tische wieder umgedreht - wir hatten unsere ersten Beutenböcke. Rückenschonend, stabil und jeder Bock ausreichend für 2 Beuten - wie es sein soll. 

Im Folgenden bauten wir Böcke aus Kanthölzern, achteten aber auch hier auf eine Höhe von ca. 50 cm. Um diese zu testen stellen wir uns auf die Böcke und wippten etliche mal hin und her. Hielten diese es aus konnten wir davon ausgehen, dass sie auch 2 Normalmass-Beuten tragen konnten.

Die nächste und vorerst letzte Beutengeneration entstand durch Anpassung an die Bodenverhältnisse eines Außenstandes. Dort fanden wir gute Verhältnisse vor: wir konnten mit dem Auto auf einem Wirtschaftsweg im Feld bis auf 10 Meter an den Standort heran fahren, es war eine geschützte Waldrandlage, aber - leicht unebenes Gelände. Hier mussten wir den Kantholzbock mit mehreren Backsteinen unterschiedlich unterbauen bis der Bock gerade stand. Dies machte einen eher instabilen Eindruck auf uns.


Hier half uns unser Nachbar, die Stabilität wieder zu finden. Als wir das Problem mit ihm besprachen, kamen wir zusammen auf die Lösung. Jeder Fuss des Bockes musste in seiner Höhe verstellbar sein. Unser Nachbar hatte schnell die Lösung skizziert. An einem Rahmen aus Eisenwinkeln sollte an jeder Ecke ein Gewindestab angebracht werden. Dieser wurde durch eine Halterung mit zwei passenden, angeschweißten Muttern geführt, so dass der Gewindestab hoch und runter gedreht werden konnte. Jeder Stab bekam noch einen Standfuß und eine Halterung zum Drehen.

Das Material besorgten wir uns dann günstig bei einem Metallverwerter. Unser Nachbar bog und schweißte, wir trugen Rostschutz auf, bauten alles zusammen und in kurzer Zeit hatten wir superstabile Beutenböcke aus Metall, die an unebenes Gelände angepasst werden konnten. Unserem Rücken zur Freude sei unserem Nachbarn Dank.

Beutenböcke vom Feinsten

Im Jahr 2016 zog auch bei den Beutenböcken im Garten die Schönheit ein. Die aus Tischen erstellten Beutenböcke wurden entfernt. An deren Stelle wurden zwei Regale gebaut - mit Dach.

Im Einzelnen: pro Regal wurden 4 Schlaghülsen in den Boden getrieben, in diese Hülsen schoben wir Kantehölzer, 7 x 7, und verschraubten sie mit den Hülsen. Das war eigentlich schon die größte Arbeit. jetzt noch Bretter als Halterungen und Stellfläche angeschraubt - und die Bienen konnten an ihren Platz zurück gestellt werden. 

Danach überlegten wir, wie wir das Dach anfertigen könnten. Beuten benötigen im allgemeinen keinen Wetterschutz. Unsere Warré-Beuten im Garten wollten wir aber gegen allzuviel Regen und Schnee von oben schützen. Der Schwager von Klaus sen. hatte in seiner Scheune noch alte Doppelstegplatten, die er seit über 10 Jahren nicht mehr benötigte. Einige dieser Platten wurden mit Leisten als Tragegerüst versehen und bilden nun ein kleines Dach über jedem Regal. 


Wie oben gesagt: Schönheit und Optik für den Imker, die Bienen benötigen dies sicher nicht. Der Umbau hat sie nicht gestört und sicher fühlen sie sich auch nicht durch die Regale gestört.

 

Die Moral vom Ganzen: eine Hobbyimkerei benötigt gute und stabile Grundlagen in Theorie und Praxis!


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